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Zum Geleit: Pfarrer Reinhart Wachter"Die Orgel ist das größte Tasteninstrument der Welt", lese ich im Lexikon und denke an Johann Sebastian Bach, der diesesInstrument so virtuos beherrscht und Maßstäbe gesetzt hat, an denen sich Generationen von Kirchenmusikern bis heute messen . . . und das gern! Unsere Gersfelder Orgel steht in dieser guten, alten Tradition. Der Baumeister hat ihr bewusst den ihr seiner Meinung nach zustehenden Platz in unserer schönen Kirche zugewiesen: Majestätisch steht sie im Blickfeld der singenden Gemeinde über Altar und Kanzel und schwebt quasi über dem gottesdienstlichen Geschehen. Ihre lebendige Musik entfaltet sie in einer großen Vielfalt der Klänge. Doch ihr Organismus ist in die Jahre gekommen und erkrankt: Die Mechanik und die Klangregister bedürfen dringend einer Auffrischungskur. Die Diagnose ist gestellt; auch über die Therapie zur Genesung sind wir uns einig geworden. Jetzt müssen wir die Behandlung finanzieren. Da wir das leider nicht über eine Krankenkasse abrechnen können, hat sich ein Förderverein unter Leitung von Herrn Albert Stein gebildet. An dieser Stelle spreche ich dafür meinen herzlichen Dank aus. Unser Förderverein ist ein vitaler Hinweis auf eine gut funktionierende Gemeinde, ebenso die vielen Spender, die unser Anliegen unterstützen. Mein Dank gilt auch allen, die mit Ihrer Anzeige die Herausgabe dieser Broschüre unterstützen. Mit diesem Heft wendet sich der Förderverein nun an eine breitere Öffentlichkeit, um über die Orgel und ihre Bedeutung zu informieren. Es wäre schön, wenn wir damit viele Freunde der Kirchenmusik dazu bewegen können, der Patientin zur Genesung zu verhelfen, damit sie bald wieder ohne Nebengeräusche und mangelnde Luftversorgung ihren vollen Klang zur Freude der GOttesdienstbesucher und der vielen Musikfreunde entfalten kann und ihren schönen Prospekt dem bewundernden Betrachter in voller Schönheit präsentieren kann. Reinhart Wachter |
Grußworte |
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Liebe Gemeindeglieder in Gersfeld, Die Orgel gilt als "Königin der Instrumente". Diese herausgehobene Stellung unter den Instrumenten hat ihren Grund. Die Größe der Orgel und die prächtige Ausstattung ihrer Außenansicht übertreffen alle anderen Instrumente. In der Orgel vereint sich eine Klangfülle und -vielfalt, die so kein anderes Instrument vorzuweisen hat. Die Orgel ist das einzige Instrument, das nahezu ausschließlich für die Feier des Gottesdienstes in der Kirche bestimmt ist. Sie dient der Verkündigung, der Fürbitte und dem Lob Gottes. Ihr besonderer Klang und ihre besondere Stimme sind nicht ersetzbar. Ihr Zweck ist sozusagen heilig. Daraus erwächst allen Mitgliedern der Kirchengemeinde Gersfeld die besondere Verantwortung, ihre Barockorgel in der Gersfelder Barockkirche zu hegen und zu pflegen. Ihre Kirchengemeinde ist überfordert, dafür allein verantwortlich zu sein. Sie erhält deshalb Hilfe von außen. Aber Sie sind aufgerufen, das Ihre und das Ihnen Mögliche beizutragen. Ich bitte Sie deshalb herzlich: Unterstützen Sie den "Förderverein Evangelische Kirchenmusik Gersfeld" so kräftig wie Ihnen möglich bei dem Vorhaben, Ihre einzigartige Barockorgel zu restaurieren. Die Orgel hat es dringend nötig und wird es Ihnen danken, wenn sie - in neuem Glanz und neuem Klang erstrahlt - ihren heiligen Zweck auch künftig erfüllen kann: Gott zu Lob und Preis und Ehr' und Ihnen zur Freud' und auch zum Stolz. Ihr ![]() Bengt Seeberg, Dekan |
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Sehr geehrte Leserinnen, verehrte Leser dieser Broschüre, die vielfältigen Stimmen der Orgel in der Gersfelder Barockkirche lassen Kirchen- und Konzertmusik zu einem Erlebnis werden. Leider ist unsere schöne Orgel sanierungsbedürftig. Die enorme Kostensumme für die Reparatur ist von der Evangelischen Kirchengemeinde alleine nicht aufzubringen. Dazu ist die Hilfe vieler nötig. Der "Förderverein Evangelische Kirchenmusik Gersfeld e.V." hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spenden für die Orgelrenovierung zu sammeln. Dieses Ansinnen verdient unsere uneingeschränkte Unterstützung. In Gottesdiensten und in Konzerten erfreuen wir uns an der Musik, die von dieser Orgel erklingt. Gäste und Bürger unserer Stadt erleben ein kulturhistorisches Instrument in der barocken Pracht der Evangelischen Kirche. Dem hohen Engagement des Fördervereins ist es zu verdanken, dass bereits ein Betrag von fast € 50.000,- gesammelt wurde. Dies reicht jedoch nicht aus. Bitte unterstützen Sie mit Ihrem finanziellen Beitrag die Sanierung eines für die Stadt Gersfeld (Rhön) bedeutsamen Teils ihrer Historie und ihrer Zukunft. Gersfeld (Rhön), im November 2006 Trittin, Bürgermeisterin |
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Liebe Mitbürger und Mitbürgerinnen, Gerne komme ich der Bitte des 1. Vorsitzenden des Fördervereins nach, ein Grußwort an Sie zu richten - geht es dabei doch um den dauerhaften Erhalt unserer schönen und besonders wertvollen barocken Orgel. Hierzu bedarf es vieler helfender Hände, denn die Kosten der aufwendigen Restaurierung erreichen eine beträchtliche Höhe im sechsstelligen Bereich. Aber ich denke, der Einsatz lohnt sich, denn wäre eine Kirche ohne Orgel nicht wie ein Auto ohne Motor oder die Suppe ohne Salz ? Wir sind sicher alle glücklich und dankbar, über ein derart kostbares Instrument zu verfügen. Denken Sie dabei nur an die in unserem Leben bedeutsamen Ereignisse wie Taufe, Konfirmation und Hochzeit, aber auch Beerdigung, Ostern und Weihnachten. Ein Gottesdienst ohne Orgelbegleitung - kaum vorstellbar. Als Patron der Evangelischen Kirchengemeinde Gersfeld bitte ich Sie deshalb auch ganz herzlich, unser Vorhaben entsprechend Ihren Möglichkeiten zu unterstützen. Gerne habe ich dem Förderverein, dem Sie übrigens auch als Mitglied beitreten können, meine Hilfe in Form einer namhaften Spende zugesagt. Ich freue mich schon auf den Tag, an dem unsere Orgel wieder ihre volle Klangfülle entfaltet und wir uns von ihrer Stimmgewaltigkeit und Vielfalt überzeugen und begeistern lassen können. In diesem Sinnen grüße ich Sie alle herzlich, Johann Conrad von Waldthausen |
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Landeskirchenmusikdirektor Bartsch "Die Rechnung geht auf" Seit vielen Jahren ist mir die hervorragende Orgel in der Barockkirche Gersfeld bekannt. Ich habe sie in Gottesdiensten gespielt, ich habe sie in die Aufführung der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach mit der Osthessischen Kantorei unter meiner Leitung einbezogen. Musiker aller Zeiten hoben eine Orgel als Königin der Instrumente auf den Thron. Vielleicht deshalb, weil ihr ungewöhnlicher Klang die nicht fassbare Dimension des Unendlichen hörbar macht. Über Jahrhunderte hinweg war die Orgel das einzige Instrument, dessen Tonumfang dem Hörspektrum des Menschen entsprach. Kein anderes akustisches Instrument kann tiefere oder höhere Töne erzeugen, ist Einzelstimme und Orchester in einem. Berührt es deshalb so tief in der Seele und regt die Sinne an? Die Menschen hatten und haben gute Gründe, die Orgel zur Ehre und zum Lobe Gottes einzusetzen. Sie bildet die Brücke von der Vergangenheit zur Gegenwart. Die Orgelbaukunst erlebt eine neue Blütezeit. Noch nie zuvor konnten Organistinnen und Organisten auf eine größere Auswahl von Orgelmusik der verschiedensten Epochen zurückgreifen, war das Angebot von Orgeln der unterschiedlichsten Stilrichtungen in hoher handwerklicher und künstlerischer Qualität größer. Allein in Deutschland werden jährlich Orgelprojekte im Wert von über 100 Millionen Euro realisiert. Diese Zahl erfreut und erstaunt zugleich, verdeutlicht sie doch den Stellenwert, den Gemeinden der Realisierungsmöglichkeit einer qualitätvollen und inspirierenden Kirchenmusik einräumen. Soli Deo Gloria: Nichts kann wohl für eine christliche Gemeinde sinnstiftender sein, als mit dazu beizutragen, das Gotteslob zu mehren und die wunderbaren Taten Gottes dankbar zu preisen. Die Orgel ist dabei ein schönes und wichtiges Symbol, welches die Herrlichkeit Christi auf Erden widerspiegelt. Mit der Restaurierung Ihrer wertvollen Gersfelder Orgel investieren Sie in die Zukunft, fördern Sie ein traditionsreiches Handwerk und erhalten gleichzeitig qualifizierte Arbeitsplätze, verbessern Sie die kirchenmusikalischen Rahmenbedingungen für Gottesdienste und Konzerte, setzen Sie ein positives Zeichen für den Gemeindeaufbau, bereiten Sie Menschen eine Freude, denn gute Orgelmusik ist für viele eine besondere Gabe Gottes, die Unsagbares hörbar macht. |
Bezirkskantor Christian MellinAuch eine Orgel kommt ins Alter - von der Notwendigkeit einer Verjüngungskur Nach meinem Dienstantritt als Bezirkskantor im Kirchenkreis Fulda im Januar 1995 führte mich eine meiner ersten Dienstfahrten nach Gersfeld. Berichte, die ich über die Gersfelder Orgel gehört hatte, hatten in mir schon besondere Erwartungen geweckt. Der erste Blick in die Kirche und auf die so hervorragende gestaltete Einheit von Altar, Kanzel und Orgel bestätigten die Berichte. Der Orgelprospekt verhieß auch einen besonderen Klang des Instrumentes. Bei näherem Hinsehen wurde jedoch gleich deutlich, dass die Orgel dringend einer Renovierung bedurfte. Äußerlich fiel mir die abblätternde Farbe auf. Das Aussehen der für die 50iger Jahre "modernen" Manualklaviaturen, die elektrischen Schalter und die des Orgelpedals wollten überhaupt nicht zur Ästhetik des Orgelprospektes passen. Auch im Inneren der Orgel schien nicht alles so zu sein, wie es sein sollte. Beim Einschalten des Orgelmotors hörte ich die ersten Töne, ohne dass ich eine Orgeltaste gedrückt hätte: Der zum Erklingen der Orgelpfeifen nötige Wind suchte sich seinen Weg durch Risse in den Windladen und verursachte dabei pfeifende Geräusche. Weitere Mängel wurden beim Spielen der Orgel offenbar: Filze und Leder sind verhärtet und können ihren Zweck nicht mehr erfüllen, Metallachsen und bewegliche Holzteile sind verschlissen und oxidiert, Registerzüge sind ausgeschlagen, so dass sie sich nicht mehr zuverlässig einstellen lassen. Der ursprüngliche besondere barocke Klang der Orgel ließ sich nur noch erahnen. Die Freude, die beim Anblick des Prospektes aufkommt, schlägt in Frustration um, wenn man die Orgel im Gottesdienst oder Konzert erklingen lassen soll. Und so ist nun dringend eine Erneuerung nötig. Dabei haben wir nun die Möglichkeit, Fehler, die bei den Renovierungen 1951 und 1963-65 gemacht wurden, zu vermeiden oder rückgängig zu machen. Insbesondere hat es sich nicht bewährt, dass seinerzeit die mechanische Verbindung mit Aluminiumdrähten und Nylonschnüren hergestellt wurde statt wie ursprünglich mit Holz. Auch hinsichtlich der Ergänzung der Orgelpfeifen, sie mussten im Krieg abgeliefert werden, gibt es heute weitaus größere Kenntnisse. Möglichkeit, Fehler, die bei den Renovierungen 1951 und 1963 bis 1965 gemacht wurden, zu vermeiden oder rückgängig zu machen. Insbesondere hat es sich nicht bewährt, dass seinerzeit die mechanische Verbindung mit Aluminiumdrähten und Nylonschnüren hergestellt wurde statt wie ursprünglich mit Holz. Auch hinsichtlich der Ergänzung der Orgelpfeifen, sie mussten im Krieg abgeliefert werden, gibt es heute weitaus größere Kenntnisse. So haben wir bei den jetzt notwenigen Arbeiten bessere Möglichkeiten, dem ursprünglichen Klang der Orgel im Sinne des Erbauers Johann Michael Wagner wieder nahe zu kommen. |
Dr. Felix Friedrich stellt die Orgelbaufirma vorAus der thüringischen Orgelbautradition des 18. Jahrhunderts Es ist oft in der Chronik großer und bedeutender Orgelbaufirmen zu beobachten, dass die Anfänge auf einzelne markante Handwerkerpersönlichkeiten zurückgehen. Auch beim Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt liegen die Dinge nicht anders. Der Ahnherr dieser Orgelbaufirma war Christian Friedrich Raspe (*1822 Burkersdorf, †1892 Liebenwerda), der 1855 (8. März) den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Chr. Friedrich Raspe stammte aus dem thüringischen Burkersdorf bei Rudolstadt. Der Name Voigt besitzt in Verbindung mit dem Orgelbau in dieser Region, also in Süd-Ostthüringen, eine große Tradition. Dort schufen besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jh. zahlreiche Orgelbaumeister der weit verzweigten Voigt-Familie sehr gute Instrumente. Christian Friedrich Raspe arbeitete zunächst bei dem Orgelbauer Conrad Geissler (1825-1897), der in Eilenburg drei Jahre zuvor, also 1852, eine eigene Werkstatt gegründet hatte. In dessen Auftrag führte Raspe Arbeiten an der Orgel in der St. Nikolai-Kirche in Liebenwerda durch. Die Familie Es gibt eine enge verwandtschaftliche Beziehung zu der 1840 ebenfalls in Burkersdorf geborenen Johanne Luise Charlotte Voigt. Sie ist die Mutter von Karl Gustav Arno Voigt (*1876 Burkersdorf, †1930 Liebenwerda). Nach der Ausbildung u. a. bei Rühlmann in Zörbig, Geissler in Eilenburg und Schlag & Söhne in Schweidnitz übernahm er aus dem Nachlass von Raspe die Orgelbaufirma im Jahr 1905. Mit seinem Startkapital schuf Arno Voigt neue große Werkstatträume und beschäftigte in Spitzenzeiten bis zu 25 Mitarbeiter. Dem Zeitgeist entsprechend standen ausnahmslos Orgeln mit pneumatischen Kegelladen im Mittelpunkt der Produktion. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges verließen 37 Orgeln die Werkstatt von Arno Voigt in Bad Liebenwerda. 1914 verlieh man seiner Firma anlässlich der "Allgemeinen Industrie- und Gewerbeausstellung" in Bad Liebenwerda eine Goldmedaille für hervorragende Leistungen (Ausstellungs-Orgel). Diese verheißungsvolle Entwicklung wurde durch den Krieg jäh unterbrochen. Noch während der Kriegszeit konnte sein Sohn Arno Voigt jun. (1903-1986) seine Lehre im Orgelbaubetrieb beginnen. In der Inflationszeit nahm dieser trotz schwerer finanzieller Belastungen ein Musikstudium am Konservatorium in Dresden auf. Die Kombination von Orgelbau und Kirchenmusik hat in der Familie Voigt seit Anbeginn bis in die Gegenwart hinein eine sehr gute Tradition. Der Zweite Weltkrieg brachte wiederum die Arbeit der Firma nahezu zum Erliegen. Die dritte Generation Auch in der dritten Voigt-Generation erhielten beide Söhne, Dieter (*1935) und Gisbert (*1940) eine Ausbildung als Orgelbauer sowie Klavier- und Orgelunterricht. 1953 - bereits Orgelbauer - studierte Dieter Voigt Kirchenmusik in Halle (Saale) bis 1958 (A-Examen). Im Jahr 1961 legte Gisbert Voigt die Tischlermeister- und 1966 die Orgelbaumeisterprüfung ab. Dieter ist seit 1970 Orgelbaumeister. Beide Söhne übernahmen 1961 die Firma des Vaters in der dritten Generation. Seit dieser Zeit wurden ausschließlich Orgeln mit Schleifladen und mechanischer Tontraktur gefertigt. In der DDR Bewusst wurde der Weg als Privatbetrieb in der DDR gegangen, der Möglichkeiten für künstlerische Freiräume bei der Gestaltung der Orgeln auch für die Zukunft zuließ. Der Preis an staatlichen Repressionen dafür war nicht unerheblich: Exportverbot, hohe Steuern, vorgeschriebene Löhne und Beschäftigtenzahl. Trotz der Begrenzung der Zahl der Beschäftigten, die fast alle im eigenen Betrieb ausgebildet wurden, erwarb sich die Firma durch ihr künstlerisches und innovatives Engagement einen beachtenswerten Namen in der DDR. 1978 erhielt die Firma auf Grund ihrer Leistungen den Titel "Anerkannter Kunsthandwerker", was zu dieser Zeit für einen privaten Handwerksbetrieb eine ungewöhnliche Wertschätzung bedeutete. 1986 schloss sich die eigenständige Produktion von Lingualstimmen an. Damit stellte der Mitteldeutsche Orgelbau A. Voigt die große Ausnahme in der DDR dar, denn alle anderen Orgelbauwerkstätten importierten die Zungenregister nahezu ausschließlich aus Göttingen. Auch die Fertigung von Klaviaturen in verschiedenen individuell gestalteten Ausführungen und Tastenauflagen gehören zum Programm des Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt. Die Wende Das Jahr 1990 brachte den Wechsel zur Marktwirtschaft und allen damit verbundenen Neuorientierungen, aber auch bisher ungeahnte neue Möglichkeiten zu kreativer Arbeit. Insofern bedeutete auch dieses Jahr für den Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt einen Neubeginn, freilich von gänzlich anderer Dimension,. als es beispielsweise 1919 oder 1945 der Fall war. Durch Erweiterungen und Neubau ließ sich die Kapazität und Effektivität der Firma wesentlich verbessern.1992 entstanden neue dreimanualige Orgeln für Grimmen und 1992/93 die neue Orgel für die St. Nikolai-Kirche in Bad Liebenwerda III/41. Mit der Umwandlung in eine GmbH 1996 wurde der Wechsel in die vierte Generation vollzogen. In diese Zeit fällt auch die Fertigstellung der bisher größten Voigt-Orgel in Berlin-Charlottenburg mit III/55. Die Folgezeit ist geprägt von umfangreichen Restaurierungs- und Rekonstruktionsarbeiten (Herzberg III/42, Kloster Zinna II/19, Ludwigslust II/31, Delitzsch III/36 u.a.). Neue Orgeln entstehen u. a. für Birstein, Finsterwalde, Mittweida und Pirna. Nach den baulichen Investitionen zu Beginn der 90er Jahre des 20.Jh. wurde in der Folgezeit erheblich in die betriebliche Ausstattung - vor allem in Präzisionsmaschinen - investiert. 2005 entsteht eine völlig neue Metallpfeifenwerkstatt. Einen hohen Stellenwert in der Firma haben die Ausbildung und die Qualifizierung junger Menschen zum Orgelbauer, aber auch zum Orgelbaumeister. Dieser handwerklich und auch künstlerisch vielseitige Beruf wurde seit 1949 für über 30 Auszubildende zur soliden Grundlage für ihren weiteren beruflichen Werdegang und für ihre Lebensgestaltung. Ausbildungspreise und mehrere erste bis dritte Plätze bei deutschlandweit durchgeführten Berufswettbewerben unterstreichen die qualifizierte Berufsausbildung. Heute leiten Markus Voigt (Orgelbaumeister und A-Kirchenmusiker) und Matthias Voigt (Orgelbaumeister und Restaurator) die Firma. Gegenwärtig werden bedeutende Restaurierungsprojekte in Magdeburg (3-manualige Rühlmann-Orgel) und in Leipzig-Markranstädt (2-manualige Kreutzbach-Orgel) durchgeführt. Mitteldeutsche Orgelbautradition Es gehört zum Kennzeichen aller erfolgreich arbeitenden Orgelbauwerkstätten, sowohl den Bau neuer Orgeln als auch die Restaurierung der historischen Instrumente perfekt und in hoher Qualität zu beherrschen. Insofern kann man oft die spezifischen Charakteristika der einzelnen Firmen nur sehr schwer auf den ersten Blick erkennen. Bei dem Mitteldeutschen Orgelbau A. Voigt liegen die Dinge etwas anders. Hier hat man seit Anbeginn neben einer festen Verankerung in der mitteldeutschen Orgelbau-Tradition auf die Innovation und künstlerische wie auch technische Kreativität ein besonderes Gewicht gelegt. Dazu kommt der äußerst praxisbezogene Orgelbau, der aus der Kombination von Orgelbauhandwerk und Kirchenmusik der Voigts aller Generationen resultiert. Schon bei Friedrich Raspe, dem Ahnherrn des Betriebes, wird von seiner besonderen musikalischen Begabung berichtet. Dieses Hand-in-Hand-Gehen, diese äußerst effektive und sinnvolle Verknüpfung von Orgelbau und Orgel- bzw. Kirchenmusik führt über Arno Voigt sen. und jun. bis hin zu Dieter Voigt und Markus Voigt und schließt selbst einen Teil der Mitarbeiter ein. Dr. Fr., Musikwissenschaftler und Organist an der Schlosskirche Altenburg Leiter der Thüringischen Orgelakademie Autor von Fachbüchern und Fachartikeln sowie Herausgeber von Orgelliteratur |
Spendenaktionen 2007Vielfalt der Aktionen und Projekte Für die "Spendenverdopplungschance", die der Ev. Kirchengemeinde eventuell durch den Kirchenbauerhaltungsfonds ermöglicht wird, (Entscheidung im Juni) wünscht sich der Förderverein in Zusammenarbeit mit dem Kirchenvorstand eine bunte Vielfalt von Spendenaktionen, damit wir einen möglichst hohen Betrag für unsere Kirche und die Orgel nach Kassel zum Verdoppeln bringen können. Wunschchoral Auch unsere Turmbläser starten eine Aktion: "Wunschchoral vom Turm". Sie wünschen sich einen Choral am Sonntagmorgen, unsere Kirche dankt Ihnen für Ihre Spende. Stadtbibel Ein Projekt, das unsere Gemeindeglieder durch dieses Jahr hindurch begleiten wird, ist die Entstehung einer "Gersfelder Stadtbibel": Jede und jeder darf gegen eine Spende eine Seite in der Bibel gestalten. Sprechen Sie die Verantwortlichen bitte über das Gemeindebüro an. ? ? ? ? ? ? Haben Sie eine originelle Idee für unsere Spendenaktion 2007 ? Sprechen Sie den Vorstand unseres Fördervereins an: Albert Stein Hochstraße 17 36129 Gersfeld Tel.: 06654-1234 (auch Fax) |
Friedhelm Kammann zum "Förderverein"Musik gehört zu unserer Kirche - Musik gehört in unsere KircheSeit Jahrzehnten sind die Konzerte in unserer Barockkirche weit über die Region hinaus berühmt. Ein besonderes Schmuckstück der Pfarrkirche ist die Orgel von Johann Michael Wagner (1784-87) mit ihrem Orgelprospekt, die zuletzt in den 60er Jahren restauriert wurde. Um deren neuerliche aufwendige Restaurierung bemühen sich nun Gemeindeglieder, Freunde und Förderer. Schon seit langem leiden viele notwendige Vorhaben, unser kulturelles Erbe und die Stätten von Kunst und Musik zu erhalten, unter "leeren Kassen". Wir alle wissen, in welch schwierige finanzielle Lage in unserem Land auch die Kirchengemeinden geraten sind, und unsere Gemeinde ist da keine Ausnahme. Umso wichtiger wird in Zukunft das Engagement jedes Einzelnen. Was der Staat oder die Kirche als Institutionen und Träger nicht mehr leisten können, muss die Gemeinschaft der Bürger, das bürgerliche Engagement übernehmen. Dieses bürgerliche Engagement bezieht sich auf die soziale Verantwortung aber auch auf die kulturelle. Denn der Erhalt unseres kulturellen Erbes muss Verpflichtung und Aufgabe jedes Einzelnen sein. Der Mäzen als Förderer der Kunst und der Musik ragt seit der Römerzeit aus der Zahl unbekannter und ungenannter Förderer heraus und erscheint ruhmvoll in der Kunst- und Kulturgeschichte. Das heute oft an seine Stelle getretene Sponsoring mit seiner Nutzenerwartung und die Erfolge der zahlreichen Stiftungen haben geholfen, unsere Kulturwerte vor dem Zerfall oder der Aufgabe zu erhalten. Schlussendlich aber sind es die Betroffenen selbst, die zur "Selbsthilfe" greifen, weil sie die Verantwortung und die Verpflichtung für die auf sie gekommenen und ihnen anvertrauten Werte spüren und anerkennen. Die Gemeindeglieder selbst haben ein urtümliches Interesse daran, dass ihnen ihre Kirche mit all ihrer Schönheit und ihre Orgel mit ihrer historischen Bedeutung erhalten bleiben. Eines aber sollten wir alle nie vergessen: die Musik und speziell die Kirchenmusik ist von jeher ein herausragendes Merkmal des Protestantismus. Wenn etwas unsere Kirche und unsere Gottesdienste auszeichnet gegenüber anderen, dann ist es die Musik. Im Mai 2005 wurde deshalb in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gersfeld der "Förderverein Ev. Kirchenmusik Gersfeld e.V." gegründet. Der Förderverein hat sich die Aufgabe gestellt, die kirchenmusikalische Arbeit in unserer Gemeinde zu fördern und zu unterstützen und für die Ergänzung und Modernisierung der Ausstattung an Notenmaterial und Instrumenten Mittel zur Verfügung zu stellen. Außerdem will der Förderverein Maßnahmen und Veranstaltungen kultureller Art und die Ausbildung des kirchenmusikalischen Nachwuchses fördern. Vor allem aber geht es um Mittel für die Orgelrenovierung. 51 Mitglieder zählt der Verein heute, und das Spendenaufkommen beträgt ca. 60.000 €. Mitgliedsbeiträge, Spenden aus Kollekten, aber auch zahlreiche eingesandte Einzelspenden kamen zusammen. Zu großem Dank verpflichtet ist der Verein allen Spendern, vor allem auch denen, die oft hohe Beträge überwiesen haben, um ihre Möglichkeiten zu nutzen, der Orgelrenovierung einen großen Schritt näher zu kommen. Ein Gründungsmitglied sagte in der Gründungsversammlung: "Ein Gottesdienst ohne Musik, den kann ich mir gar nicht vorstellen." Deshalb bittet der Förderverein die Gemeindeglieder, alle Freunde der Kirchenmusik und der Orgelmusik, aber auch alle Institutionen, die bereit sind, ihren Beitrag zum Erhalt unseres kulturellen Erbes zu leisten, um wohlwollende Unterstützung, damit unsere Orgel wieder allen Anforderungen an Spieltechnik und Wohlklang gewachsen ist. Der Jahresbeitrag beträgt mindestens 20 € und kann individuell erhöht werden, Körperschaften zahlen jährlich 60 €. Der Förderverein und mit ihm alle Freunde der Kirchenmusik in Gersfeld freut sich über jedes neue Mitglied. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung besteht der Vorstand des Vereins aus folgenden Mitgliedern: 1.Vorsitzender: Albert Stein 2.Vorsitzender: Helmut Stumpf Schriftführer: Friedhelm Kammann Kassenwart: Othmar Kümmel Beisitzer: Reinhart Wachter gem. Satzung: Markus Weismüller |
Gerhard Ufholz:
Der Besucher, der zum ersten Mal die Gersfelder Barockkirche betritt, ist meist überrascht vom räumlichen Ausmaß und der künstlerisch aufwändigen Innenausstattung des über zweihundert Jahre alten Gotteshauses. In der Tat wird die Kirche auch heute noch, was Größe und Ausstattung anbelangt, den Ansprüchen der seit damals um ein Vielfaches gewachsenen Gemeinde vollständig gerecht. Zu den großen kirchlichen Feiertagen fasst der Kirchenbau ca. 1.100 Personen. |
Wie die Orgelbaufirma Voigt sich die Arbeiten vorstelltEine Wagner-Orgel aus dem Jahre 1784/87 ist etwas ganz Besonderes. Auch wenn aus dieser Zeit nur noch sehr wenige Teile stammen, gilt es diese sorgfältig zu bewahren und zu restaurieren. Viele weitere Arbeiten sind notwendig, um die Schäden vor allem an den Windladen und den Verschleiß in der Mechanik zu beheben. Der sensibelste Teil der Mechanik ist jedoch die Verbindung von den Klaviaturen am Spieltisch bis zu den Windladen, auf denen die meisten Pfeifen stehen. Hier ist hochpräzise Feinmechanik notwendig, damit später der Organist seine Musikalität bei der Interpretation der Orgelstücke wirklich umsetzen kann.Natürlich gehört zu einer solch umfangreichen Restauration und Reparatur auch die Rekonstruktion der fehlenden Gehäuseteile des Spielschrankes und stilgerechtes Verschließen der durch alte elektrische Anlagen entstandenen Bohrungen und Aussparungen. Auch die Registertraktur - also die mechanischen Elemente vom Spieltisch bis zu den Windladen, mit dem die Pfeifenreihen an- oder abgeschaltet werden können - wird im Stile Wagners restauriert. Dafür müssen die verschlissenen Mechanikteile ausgebaut, Zugstangen, Winkel und Schwerter zum Teil neu gelagert werden. Die Windladen wurden schon erwähnt. Sie sind die zweitgrößte Position der Arbeiten. Im Inneren gerissen, müssen sie völlig demontiert, zerlegt und restauriert werden. Sie sind so etwas wie das Herz der Orgel; hier wird der Wind in die einzelnen Pfeifen geleitet, so wie der Spieler es angibt. Die meiste Arbeit jedoch wird das Pfeifenwerk benötigen. Ob ein Quintatön 16' oder ein Subbaß 16', undichte Spunde - das sind die Deckel auf diesen Pfeifen, die sie um fast eine Oktave tiefer klingen lassen - oder gerissenes Holz, alles muss sorgfältig restauriert, heißt hier neu eingedichtet und Risse mit entsprechendem Holz ausgespant und verschlossen werden. Erst danach kann die eigentliche Arbeit am Klang beginnen. Jede einzelne Pfeife wird vielmals in die Hand genommen, angeblasen und in der Orgel, am Spieltisch und im Kirchenraum angehört und zu den anderen Pfeifen und Registern in Lautstärke, Ansprache und Klangfarbe gestaltet. Eine Arbeit, durch die das Instrument letztlich die künstlerische Qualität erhält. . . . Bis zu diesem Zeitpunkt aber müssen alle Vorarbeiten abgeschlossen sein. |
Gerhard Ufholz: Die Organisten an der Gersfelder Orgelum 1664 Ernst Hesse, Schuldiener und Organist um 1781 Johann Adam Leinhos, Kantor um 1877 Julius Lutz und Louis Niebling 1902 - 27 Karl Friedrich Nikolaus Haßenpflug, Hauptlehrer zusammen mit Kantor Johann Kaspar Kirchner ab 1927 Elisabeth Langheinrich Almut Führsen Uta Streck Fritz Reichl Christina Baier Bernd Schleicher Heike Baier Christoph Klüh Katharina Ufolz Julia Niedling Markus Weismüller Vertretungsweise: Jürgen Müller Helmut Rommel Konrad Merx ?. Wipplinger Rosemarie Schmidt-Nohl Reinhart Wachter Schwester Anneliese Tschech Christian Mellin |
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Bitte helfen Sie uns bei der Erhaltung von Orgel und Kirche. Für das Jahr 2007 hat der Kirchenkreis Fulda unsere notwendig gewordenen Reparaturen an Kirche und Orgel für die Aufnahme in den "Kirchenbauerhaltungsfonds" vorgeschlagen. Das bedeutete, dass alle Spenden dieses Jahres verdoppelt würden. Bankverbindung: Sparkasse Gersfeld Konto 2013174 (BLZ 53050180) Auch eine dauerhafte Mitgliedschaft in unserem Förderkreis hilft uns weiter. So können wir in Zukunft die kirchenmusikalische Arbeit in unserer Gemeinde stützen. |